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Australien II - Fraser Island und Whitsunday Islands

Nach ein paar Tagen an der Ostküste ging es weiter Richtung Norden zum Ausgangspunkt für unseren Ausflug auf Fraser Island – der mit 120km Länge größten Sandinsel der Welt. Es gibt nahezu keine asphaltierten Straßen dort, weshalb es unbedingt notwendig ist, sich ein Fahrzeug mit Allradantrieb auszuleihen, um auf eigene Faust die Insel erkunden zu können. Es gibt auch unzählige organisierte Touren, bei denen man auch auf der Insel herumchauffiert wird. Da wir aber beide keine großen Fans von geführten Touren sind, stand für uns außer Frage, dass wir das Abenteuer zu zweit angehen werden. Obwohl wir nicht so recht wussten, was uns erwarten würde.


Um 06:00 Uhr Morgens wurden wir beim Mietwagenverleih erwartet, es folgte eine halbe Stunde Tutorial „how to drive on sand“ und anschließend eine persönliche Einschulung direkt beim Auto. Kurz darauf durften wir uns auf den Weg machen, zuerst zum Hafen bei River Heads und dann ginge es mit der Fähre weiter Richtung Kingsfisher Bay im Westen von Fraser Island. Von dort aus, fuhren wir zunächst quer über die Insel, um an die Ostküste zu gelangen, denn dort befinden sich die meisten Highlights der Insel. Die Erfahrung der ersten paar Kilometer auf den Sandstraßen im Inneren der Insel würde ich als beängstigend und René als großen Spaß beschreiben. Ziemlich steil, ziemlich schmal, ziemlich tiefe Wasserlöcher für meinen Geschmack…und ziemlich langwierig, was bei Tempolimit 30 jedoch nicht verwunderlich ist. Da wir noch ein bisschen Zeit hatten bis die Straße an der Ostküste (=der Strand) befahrbar war (man muss immer Ebbe und Flut beachten!) legten wir einen Stop beim Lake McKenzie ein und waren das erste Mal schwer beeindruckt.



Als wir uns dort wieder lösen konnten, ging es weiter Richtung Küste. Es war ein ziemlich cooles Gefühl den Strand entlang zu cruisen (Tempolimit am Strand ist immerhin 80 km/h). Wir fuhren hinauf bis Indian Heads und zu den Champagne Pools. Cool und crowded, also schnell weiter. Kurzer Halt beim Schiffswrack "S.S. Maheno", das im Jahr 1935 auf seinem Weg nach Japan in einen Zyklon geriet und an den Strand geschwemmt wurde.



Wir verbrachten anschließend noch ein wenig Zeit an der Elis Creek und fuhren danach zu unserer Unterkunft. Eine Attraktion auf Fraser Island sind schließlich auch die Dingos. Es handelt sich dabei um einen Haushund, der schon vor Jahrtausenden verwilderte und heute in vielen Teilen seines Verbreitungsgebietes vom Menschen völlig unabhängig lebt. Fraser Island gilt aufgrund seiner geographische Lage als eines der letzten Rückzugsgebiete der Dingos, weshalb es außerhalb der Insel kaum noch reinrassige Dingos gibt. Jedenfalls wird man bei jeder Gelegenheit vor ihnen gewarnt und war dies auch der Grund warum campen auf Fraser Island für mich nicht in Frage kam. Es hätte allerdings in jener Nacht auch alles andere als Spaß gemacht. Kaum waren wir nämlich in der Unterkunft angekommen, begann es dermaßen zu schütten, dass selbst das beste Zelt der Welt da nicht mehr geholfen hätte.



Am nächsten Morgen mussten wir wieder früh raus, um es gerade noch rechtzeitig vor "High Tide" am Strand zurück zur Verbindungsstraße ins Landesinnere zu schaffen. René war wieder voll im Rallyeelement. Hochkonzentriert fuhren wir Richtung Lake Wabby, wo wir hofften auf Schildkröten zu treffen. Der Tag hatte eigentlich erst angefangen und viel zu schnell nahm er eine unschöne Wendung. Ein uns entgegenkommendes Auto war leider etwas flott unterwegs und der Fahrer dachte sich anstatt zu bremsen, könnte er versuchen sich an uns vorbei zu zwängen…es war leider wirklich zu wenig Platz! Nach dem ersten Schock waren wir vor allem froh, dass niemand verletzt wurde. Nun mussten wir aber leider vorzeitig die Insel verlassen und anstelle von Schildkröten und Badespaß, stand nun Unfallbericht-Ausfüllen am Programm.


So schnell konnte man uns die Stimmung dann aber auch nicht verderben, schließlich warteten auf uns 3 Tage Sonne, Meer und Schnorcheln auf den Whitsunday Islands! Relativ beunruhigt hatten wir schon die ganze Woche den Wetterbericht beobachtet. Die Tage vorher gab es für diese Jahreszeit untypisch viel Regen. Doch unser Glück war zurück. Der Tag, an dem wir auf der Hauptinsel der Inselgruppe ankamen, war der erste Tag mit wunderschönem Wetter und fetzblauem Himmel!


Die Whitsunday Islands sind eine Inselgruppe bestehend aus 74 einzelnen Inseln, von denen 17 bewohnt sind. Sie sind Teil der Great Barrier Reef World Heritage Area. Das Great Barrier Reef befindet sich circa 65 km östlich der Inselgruppe, mehrere kleinere Riffe befinden sich in direkter Umgebung der Inseln. Wir entschieden uns für einen Tagesausflug mit einem Raftingboot rund um die nahegelegenen Insel. Am Programm standen 2 verschiedenen Schnorchelspots, einmal mit Fokus auf Fische und einmal auf Korallen. Es war total beeindruckend! Im offenen Meer von hunderten Fischen umgeben zu schnorcheln war wirklich ein einzigartiges Erlebnis. Man fühlt sich ein bisschen wie ein unsichtbarer Beobachter, den Fischen scheint es nämlich komplett egal zu sein, dass man ihnen so nahe kommt, sie schwimmen einfach um einen herum. Die 45 Minuten im Wasser sind jedenfalls vergangen wie im Flug. Die Korallen am zweiten Schnorchelspot waren aber nicht weniger spektakulär. Irgendwie ein bisschen surreal und fast zu schön um wahr zu sein.



Wir waren schon ziemlich geflasht, aber das Highlight stand uns eigentlich noch bevor. Als nächstes fuhren wir zu einem Strand, von dem aus wir zu einem Aussichtspunkt wanderten. Oben angekommen, verschlug es uns erst einmal die Sprache. Ich bin wirklich ein absoluter Bergmensch und bei Strand- und Meerlandschaften nicht leicht zu begeistern, aber ich muss zugeben, dieser Ausblick war an Schönheit nicht zu überbieten. Wir betrachteten ein türkis-weiß-grünes Farbenspiel des Meeres, der Strände und der umliegenden Inseln. Ob man sich von sowas jemals sattsehen könnte...?



Weiter ging es am nächsten Tag zu einem Wasserfall. Wir kletterten ganz nach oben wo weniger Trouble herrschte und man sich entspannt in einem der Pools abkühlen konnte.



Schließlich ließen wir unser Whitsundays Inselabenteuer an einem besonders gemütlichen Ort ausklingen - einem Strand, der relativ schwer zugänglich ist. Ein Platz losgelöst von Zeit und Raum, wo man nicht viel mehr tun konnte als die Seele baumeln zu lassen und die vielen schönen Eindrücke der letzten Tage einmal ein bisschen sacken zu lassen. In diesem Moment wurde uns wieder bewusst, was für ein Glück wir doch haben, das alles erleben zu dürfen!



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