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New Zealand VII - Tongariro und Taupo

Nach einem lustigen und schrägen Weihnachtsabend auf der Insel Waiheke, sind wir am 25.12. wieder nach Auckland zurückgekehrt, wo wir eigentlich nur noch unsere Sachen zusammen gepackt haben, um am nächsten Tag unser Reiseabenteuer Richtung Süden zu starten. Besonders mir fiel der Abschied nicht ganz leicht, weil ich die Stadt wirklich sehr lieb gewonnen habe. Dennoch überwog auch bei mir die Vorfreude auf das Neue - vor allem die neuen Landschaften und die Berge. Damit wurden wir in den nächsten Tagen auch gleich mehrfach belohnt.


Wir starteten unseren Roadtrip in Richtung Tongariro Nationalpark. Diesen erreicht man in circa 4 Stunden von Auckland aus. Der Nationalpark, in dem sich drei Vulkane (Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu) befinden, ist seit 1887 der älteste Nationalpark des Landes. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Park aufgrund seiner kulturellen Bedeutung für die Māori und seiner herausragenden Naturmerkmale zum doppelten UNESCO-Welterbe ernannt.


Der circa 80.000 Hektar große Park ist besonders bekannt für seine dramatischen Landschaften und ist ein Schaufenster vulkanischer Wunder wie smaragdgrüne bzw tiefblaue Seen, alte Lavaströme, dampfende Krater, Wasserfälle und alpine Landschaften.


Eine der beliebtesten Wanderungen Neuseelands ist die Tongariro Alpenüberquerung. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Tageswanderung, bei der man auf einer Weglänge von 19km auf verschiedene Vulkanlandschaften trifft. Außerdem bietet sie eine schöne Aussicht auf den Tauposee und den spitzkegelförmigen Mt Taranaki. Es wurde uns von mehreren Seiten empfohlen möglichst früh zu starten, um beim Anstieg nicht in den Massen festzustecken. Wir haben daher einen Campingplatz gebucht, der den frühesten Shuttleservice zum Ausgangspunkt der Wanderung um 04:45 Uhr anbietet. Wir hatten das Tongariro Crossing für unseren ersten Tag im Nationalpark geplant. Die Wettervorhersage war in Ordnung - bewölkt, aber voraussichtlich trocken. Als wir um kurz vor 04:00 Uhr noch ziemlich übernachtig aus unserem Campervan herauskrochen, war es vor allem eines: kalt. Im Automatikmodus wärmten wir uns Porridge und schmierten uns ein paar Avocadobrote als Snack zwischendurch. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt wurde es langsam hell und nun sahen wir, dass keine einzige Wolke am Himmel war. Perfekte Ausgangssituation also für unsere Wanderung!



Die Tour beginnt auf 1120m im Mangatepopo Tal. Von dort aus steigt man bis zum Sattel zwischen Mt Tongariro und Mt Ngauruhoe auf, anschließend am Südkrater entlang, bevor man wieder zum Roten Krater, dem höchsten Punkt der Überquerung auf 1886m, aufsteigt. Der Wind blies an dieser Stelle so stark, dass ich kaum Luft bekam und das Gefühl hatte gegen eine Wand zu laufen, abgesehen davon, dass ich meine Finger kaum mehr spürte. René hat Gott sei Dank ein anderes Kälteempfinden und hat die Kamera kaum noch in die Tasche gepackt, wir waren nämlich von einer unfassbar schönen Landschaft umgeben.



Nach dem Anstieg ging es auf einem vulkanischen Felsgeröllpfad zu den lebhaften Smaragdseen (Nga Rotopounamu) abwärts. Nach dem Blue Lake (Te Wai-whakaata-o-te-Rangihiroa) schlängelt sich der Weg um den Nordhang des Tongariro und führt dann im Zickzack hinunter bis zum Ende der Straße.



Von dort wurden wir wieder vom Shuttlebus abgeholt und zu unserem Campingplatz zurückgebracht, wo ich nach Kaffee und Tim-Tam erst einmal einen kurzen Powernap eingelegt habe.


Angetan von dieser eindrucksvollen Wanderung wollten wir uns am nächsten Tag gleich wieder auf den Weg machen und noch weitere Naturschauplätze dieses Nationalparks erkunden. Wir entschieden uns für den Tama Lakes Trail (17km). Der Weg führt vorbei an den Taranaki-Fällen, die über den Rand eines großen Lavastroms in ein felsiges Becken stürzen. Es geht anschließend auf einem hügeligen und scheinbar nicht enden wollenden Weg weiter zum Lower Tama Lake Aussichtspunkt. Der steilste Teil des Tracks führt dann zum Aussichtspunkt Upper Tama Lake. Für diesen Ausblick wären wir aber vermutlich noch viel länger gelaufen...



Nachdem wir uns nun bereits zwei Tage mit dem starkem Wind im Tongariro Nationalpark herumschlugen, entschieden wir uns den dritten Tag in der Nähe des Tauposees zu verbringen, wo wir etwas milderes Klima vermuteten. Wir fanden einen Trail direkt am See, der für Mountainbikes und Läufer/Geher zugänglich ist und entschieden uns kurzerhand ein Teilstück des Great Lake Trails, den W2K Trail (22km), der von der Whakaipo Bay nach Kinloch verläuft, von den zwei Endpunkten aus abzufahren bzw. zu -laufen. René holte sich ein Mountainbike in einem Radverleih in Taupo, setzte mich an der Whakaipo Bay ab, von wo aus ich mich laufend auf den Weg machte. Er selbst fuhr mit dem Auto nach Kinloch und startete von dort aus mit dem Rad. Als wir uns kurz nach meiner Mitte am Trail begegneten, übergab mir René den Autoschlüssel, damit ich ihn später wieder in der Whakaipo Bay abholen konnte. Aus der Läuferperspektive war es definitiv einer der coolsten Trails, den ich je gelaufen bin. Wer den Stangensteig-Trail kennt - es war wie dort nur 5-6x so lang und mit schönen Aussichtspunkten an der Küste zwischendurch. Unser Lauf-Rad-Experiment war jedenfalls ein voller Erfolg und schreit quasi nach einer Wiederholung.



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